Was ist das Taizé-Gebet?

Das Taizé-Gebet ist eine predigtlose, besinnlich-kontemplative Gottesdienstform, die sich an
klösterliche Formen des Gebets anlehnt. Biblische und poetische Lesungen, Stille, Gebete und
kurze Gesänge, die vielfach wiederholt werden, erlauben es, den eigenen Gedanken vor Gott
Raum zu geben. Der Vertiefung des kontemplativen Charakters dient auch die visuelle Ge-
staltung und die Verwendung von Symbolen sowie die halbrunde Sitzordnung.
 
Gesänge und Gottesdienstform sind in Taizé entwickelt worden; daran lehnt unser Taizé-Gebet
an. Manche der Taizé-Gesänge haben im reformierten Gesangbuch Eingang gefunden: 71, 73,
169, 194, 294, 514, 704 bis 707, 813.
 
Zum Hintergrund: 1944 gründete der reformierte Waadtländer Roger Schütz eine kleine Kommunität
im burgundischen Dorf Taizé. In den 60-er und 70-er Jahren entwickelte sich die rasch gewachsenen
Communauté de Taizé zu einer spirituellen Erneuerungsbewegung, die sich an der klösterlichen
Tradition, der Meditation, der sozialen Verantwortung, der ökumenischen Zusammenarbeit und
dem Prinzip der Einfachheit orientierte. Jedes Jahr besuchen Hunderttausende junger Erwachsener
aus aller Welt die Communauté, die längst über eine eigene grosse Kirche und eine umfangreiche
Zelt- und Hüttenstadt verfügt. Im Sommer erinnert Taizé durchaus an Woodstock...
 
Am 16. August 2005 wurde der bald 90-Jährige Frère Roger mitten im Abend-gebet von einer
psychisch kranken Person getötet. Seither führt Frère Alois als neuer Prior die Kommunität im
Sinne des Gründers weiter. Weitere Informationen finden Sie unter www.taize.fr.
 
Besuchen Sie das Taizé-Gebet in unserer Kirchgemeinde! Es findet meistens im reformierten
Kirchgemeindehaus Gerlafingen statt (Hausmattstrasse 5), manchmal auch im Kirchgemeindehaus
Obergerlafingen (Schulhausstrasse 20), jeweils am Abend, oder – in besonders festlichem Rahmen
– in der Thomaskirche, auch am Morgen. Wer die mehrstimmigen Lieder lernen und sich auf die
Feier einstimmen möchte, findet sich abends ab 18.30 Uhr zum Einsingen ein. Das Liederheft
haben wir Ende 2006 um einige Gesänge aus Afrika und von der schottischen Iona Community erweitert.

 Jürg Kägi