OeME

Jedes Jahr organisiert die Gruppe für Ökumene, Mission und Entwicklungszusammenarbeit ("OeME- Kommission") neben der Aktion "Brot für alle" auch die "Herbstsammlung".

Durch diese werden Projekte in der dritten Welt gefördert, die langfristig die Lebenssituation von Menschen verbessern. Häufig haben diese Hilfen auch einen lokalen Bezug, indem sich Leute aus unserer Gemeinde persönlich im Hilfsprojekt engagieren.

Kontaktperson: Christian Stephan, 032 672 31 34, christian.stephan@mercedeskrenz.ch

 

Herbstsammlung 2017

Laborantenschule in Nepal

Die für unsere Kirchgemeinde zuständige OeME-Kommission hat entschieden, die diesjährige Herbstsammlung ein weiteres Mal dem Projekt des welschen Hilfswerks Service de Mission et d’Entreaide (SME) in Nepal zukommen zu lassen. Dieses hat 2015 in Zusammenarbeit mit dem United Mission Hospital in Tansen südwestlich der Landeshauptstadt Katmandu) den Aufbau einer vom Staat anerkannten medizinischen Laborantenschule begonnen. Der erste dreijährige Ausbildungszyklus für 30 (grossmehrheitlich weibliche) Beteiligte pro Schuljahr wird heuer zu Ende gehen. Auch wenn die Abschlusszeugnisse noch ausstehen, kann man nach Aussagen der SME-Verantwortlichen vor Ort, Marianne de Broqueville schon jetzt von einem Erfolg sprechen. Die Vorarbeiten für die nächste Kursperiode sind bereits am Laufen.

Breitenwirkung im Visier

Das ehrgeizige Ziel der neuen Schule ist es, in den kommenden Jahren eine vertrauenswürdige medizinische Grundversorgung für rund einen Viertel der Bevölkerung West-Westnepals zu sichern. Bisher weithin fehlende verlässliche Laboruntersuchungen sind eine der Voraussetzungen dafür. Wenn jährlich 30 diplomierte Laboranten und Laborantinnen zum Einsatz frei werden, wird das erworbene Wissen eine entsprechende Breitenwirkung entfalten. Das wird auch vom staatlichen Ministerium für Bildung und Arbeit so gesehen. Dieses hat den Aufbau der Ausbildungsstätte von Anfang an begleitet und sie mittlerweile zur Pilotschule für entsprechende Projekte anderswo im Land erklärt.

Eine Konsequenz des staatlichen Wohlwollens ist allerdings auch, dass seitens der Behörden auf die Aufnahme zusätzlicher Schüler in die Kurse gedrängt wird. Angesichts der vorhandenen personellen und räumlichen Kapazitäten schafft das den Projektverantwortlichen neue Probleme.

Schwierigkeiten sind zu meistern

Auch wo sich alles grundsätzlich in die gewünschte Richtung entwickelt, ergeben sich im Verlauf eines Aufbauprozesses Schwierigkeiten, die so nicht voraussehbar waren. Die praktische Ausbildung funktioniert sehr gut, indem die Schüler(innen) des Abschlussjahrgangs vier Monate in allen Abteilungen des Missionsspitals in Tansen, einen Monat in einem kleinen Landspital und einen Monat in einem Privatinstitut mit hochentwickelten Apparaten verbringen.

Bei der theoretischen Ausbildung ist die Lage etwas heikler, indem neue –junge—Lehrkräfte zugeteilt wurden, die die ihnen übertragenen Pensen selber noch nie unterrichtet haben. Die SME-Verantwortliche Marianne de Broqueville, die selbst als Lehrerin tätig ist, ist mit andern Aufgaben zu stark belastet, um die Qualität des Unterrichts zu überwachen. Sie lobt aber den guten Teamgeist und die Leistungsbereitschaft der jungen Lehrpersonen.

Eine Entlastung wird es nächstes Jahr geben, indem eine erfahrene Lehrerin an der Laborantenschule Lausanne für fünf Monate zum Team stossen wird. Für diese Zeit ist auch ein Fortbildungskurs für die Lehrkräfte für die theoretischen Fächer vorgesehen.

Neues Internatsgebäude

Die bedeutendsten der aufgetauchten Probleme sind freilich baulicher Natur. Schon bei der Errichtung des neuen Schulgebäudes gab es einigen Pfusch des lokalen Bauunternehmers, der aber inzwischen behoben ist. Sorgen bereitet aber vor allem die Unterbringung der nicht ortsansässigen Schüler(innen). Sie haben bisher behelfsmässig im Wohnheim der Schwesternschule des Missionsspitas Unterschlupf  gefunden. Doch die Bedingungen sind auf die Dauer unzumutbar. In einem kleinen Zimmer mit drei Doppelstockbetten sind sechs Personen untergebracht, was keine Privatsphäre zulässt und auch dem individuellen Lernen abträglich ist.

Im Verlauf der nächsten Dreijahresperiode soll deshalb ein neues Internatsgebäude errichtet werden. Dazu gehört auch der Bau eines Reservoirs  zur Sicherstellung der Wasserversorgung, die wegen der Hügellage prekär ist.

Die Kostenfolge dieses Vorhabens wird auf 300 000 Fr. veranschlagt. Daran steuern die lokale Partnerorganisation 90 000 Fr., die Deza des Bundes und Brot für alle 100 000 Fr. sowie verschiedene Sponsoren 50 000 Fr. bei. Der dem SME verbleibende Finanzbedarf beträgt somit 60 000 Franken. Auf Spenden angewiesen bleibt der SME zusätzlich für Stipendien für mittellose Bewerber(innen) um einen Schulplatz (14 000 Fr.)

Alles in allem ist das SME-Projekt  in Tansen auf guten Wegen. Es ist auf Nachhaltigkeit  ausgerichtet und wird wegen des zu erwartenden Nutzens für viele Menschen aller Schichten auch vor Ort mitgetragen. Eine grosszügige Spende ist also warm zu empfehlen.

 
Für die OeMe-Kommission
Rudolf Zbinden
 

Spendenkonto IBAN CH20 0833 4000 0S62 5871 C

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